LINDWURMPRAXIS 12 Paula Borowiak & Gerda Urban
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Fachartikel
von Paula Borowiak:

Pressemitteilung Februar 2017

Schweigen ist nicht die Lösung

Münchner Netzwerk Kinderwunsch regt zu einem differenzierten Umgang mit der Kinderwunsch-Messe in Berlin an

Die in Deutschland am 18. und 19. Februar erstmalig durchgeführte und aus dem
angelsächsischen Raum importierte Kinderwunschmesse in Berlin wird als
Informationsveranstaltung beworben für ungewollt kinderlose und homosexuelle
Paare, auch homosexuelle Einzelpersonen. Es regt sich Kritik an dieser Veranstaltung, da ausländische Kliniken Verfahren präsentieren werden, die in Deutschland verboten sind: Eizellspende und Leihmutterschaft.
?Wie weit gehen wir für ein Kind?? lautete 2002 der Buchtitel von Martin Spiewak, der die komplexe Debatte pointiert zusammenfasst. Paare, die ungewollt kinderlos sind, stehen im Laufe ihres Kinderwunschleidensweges immer wieder vor vielen
medizinischen, rechtlichen und ethischen Fragen. Sie müssen Antworten finden. Das Münchner Netzwerk Kinderwunsch, ein multiprofessioneller Zusammenschluss von Fachfrauen unterschiedlicher Berufsgruppen (Therapeutinnen, Ärztinnen,
Heilpraktikerinnen, Sozialpädagoginnen, Psychologinnen) unterstützt sie dabei seit 17 Jahren.
Jährlich reist eine große Anzahl von Paaren ins Ausland, um auf diesem Weg
reproduktionsmedizinische Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, die manchmal auch ethisch fragwürdig sind. Dieser Reproduktionstourismus verdeutlicht den großen Leidensdruck der Paare, die sehr viel in Kauf nehmen, um sich ihren sehnlichen Wunsch nach einem Kind möglicherweise auch mit Methoden zu erfüllen, die in Deutschland nicht erlaubt sind. Ob dies auch zum Wohle der so gezeugten Kinder ist oder mehr ein Geschäft mit der Hoffnung, sollte im Auge behalten werden.
Information ist in Deutschland nicht verboten. Paare, die sich für Maßnahmen
interessieren, wie sie nur im Ausland durchgeführt werden, haben sich längst online
informiert auf den entsprechenden Webseiten und in Foren. Es ist wichtig, diese Paare nicht allein mit ihren Fragen zurückzulassen. Darüber zu schweigen, ist nicht die Lösung, sondern es braucht eine differenzierte, informierte, seriöse, auch durchaus kontroverse und kritische Auseinandersetzung, die ethische, medizinische, psychologische und psychosoziale Aspekte vor allem auch für die so gezeugten Kinder miteinbezieht.
Den meisten Paaren und Einzelnen ist eine intensive Reflexion ihres Vorgehens sehr
wichtig, um für sich langfristig tragfähige Entscheidungen und Lösungen zu
entwickeln. Viele suchen dafür professionelle Begleitung, wollen die vielfältigen
Aspekte ? Chancen, Risiken, Folgen, moralische sowie ethische Fragen und Grenzen, die Kinderwunschbehandlungen (auch im Ausland) mit sich bringen, für sich abwägen.
Das #Münchner Netzwerk Kinderwunsch unterstützt# sie dabei und bietet ein breites Spektrum an Begleitung für betroffene Paare und Einzelne an. Die multiprofessionelle Zusammensetzung des Netzwerks garantiert ihnen dadurch die fachübergreifende Auseinandersetzung und entsprechende Weitervermittlung bei allen schul- und komplementärmedizinischen, sozialen, umweltbedingten, psychologischen, spirituellen und ethischen Aspekten der ungewollten Kinderlosigkeit.
Für weitere Fragen und Interviewanfragen wenden Sie sich gerne an:

Dipl.-Psych. Susanna Koussouris
089/1291195
susanna.koussouris@fgz-muc.de
www.fgz-muc.de

Weitere Informationen über das Münchner Netzwerk Kinderwunsch finden Sie auch auf unserer Webseite
http://www.muenchner-netzwerk-kinderwunsch.de


Pressemitteilung Februar 2017
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